Beitrag im Landbote vom 26.5.2010

Kinder brauchen ein liebevolles Umfeld, in dem sie gerne leben, gut und zuverlässig betreut und sozialisiert werden. Die familienergänzende Kinderbetreuung ist ein wichtiger Pfeiler dabei. Heute gibt es im Kanton Zürich viel zu wenig Betreuungsplätze und diese wenigen sind für viele Eltern oft zu teuer.
Noch immer ist es eines der grössten Armutsrisiken, sich für Kinder und Familie zu entscheiden. Mit einem guten und zahlbaren Betreuungsangebot könnte schon sehr viel dagegen unternommen werden. Ein Platz in einer Kindertagesstätte kann über 120 Franken im Tag kosten. Werden diese Kosten nicht je nach Einkommen der Eltern subventioniert, können sich viele Eltern niemals einen Betreuungsplatz leisten. Dabei sind gerade ärmere Eltern auf eine gute und zuverlässige Betreuung angewiesen, damit sie arbeiten und ihre Familie ohne Sozialhilfe und Schulden über die Runde bringen können.
In sehr vielen Gemeinden des Kantons existieren heute überhaupt keine Betreuungsangebote oder diese sind zu teuer. Die Kinderbetreuungsinitiative fordert darum, dass alle Gemeinden genügend Betreuungsplätze anbieten müssen. Die Initiative verlangt, dass der Kanton, zusammen mit Gemeinden und Privaten, ein bedarfsgerechtes Angebot gewährleistet und sich auch finanziell daran beteiligt. Dafür ist die Betreuung dann für alle Eltern finanzierbar, weil, im Unterschied zum Gegenvorschlag, die Initiative nach Einkommen abgestufte Tarife vorschreibt. Somit ist garantiert, dass alle Gemeinden Betreuungsplätze anbieten und sich auch ärmere Eltern einen Krippenplatz leisten können und ihre Kinder somit gut betreut wissen.
Eine liebevoll und professionell geführte Betreuungseinrichtung ist wichtig für das Wohl unserer Kinder. Das ist nicht gratis zu haben, bringt aber der Gesellschaft einen sehr hohen sozialen und auch finanziellen Nutzen. Und zu guter Letzt auch mehr Kinder. Wie Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, sind in Ländern mit guten familienergänzenden Betreuungsangeboten auch viele Paare bereit Kinder zu haben, weil sie sicher sind, dass diese eine glückliche und auch finanziell gesicherte Kindheit durchleben können. Damit allen Kindern im Kanton Zürich eine ebenso gute und schöne Zeit bevorsteht, egal wie reich die Eltern sind, stimme ich am 13. Juni 2 x Ja und kreuze in der Stichfrage die Initiative an.