Heute haben der Stadtrat und die Tösslobby die Ergebnisse aus dem Testplanungs-Verfahren vorgestellt. 5 Teams haben Vorschläge für die Raum- und Verkehrsentwicklung in Töss ausgearbeitet. Diese werden jetzt vertieft und in eine breite Vernehmlassung geschickt.
Die 5 Projekte waren alle recht interessant. Alle versuchten den FussgängerInnen mehr Raum zu geben und eine einfachere Querung der Strasse zu erlauben. Breitere Trottoirs, Baumreihen und Mittelstreifen sollen den Verkehrsfluss erträglicher machen und die zwei Stadtteile wieder zusammen wachsen lassen.
Ein Projekt legt die Zürcherstrasse für den Durchgangsverkehr eine Strecke weit unter den Boden und erlaubt damit beim Zentrum Töss die Erstellung einer grossen Begegnungszone, die nur noch den Zubringerverkehr zulässt.
Die Projekte wurden nicht bewertet oder Ranglisten erstellt. Nun müssen erst die Vernehmlassungsantworten einfliessen und die Vorschläge weiter verfeinert und überprüft werden. Erst dann kann die Stadt weitere Planungs- und Umsetzungsschritte einleiten.
Kurze Zusammenfassung:
-Die Zürcherstrasse ist die am stärksten befahrene Winterthurer Strasse. Rund 25'000 Auto fahren täglich mitten durch Töss. Darum sind der Verkehr und die Zürcherstrasse wohl das grösste Problem in Töss.
- Die Quartierbevölkerung im Rahmen des "Projekts Töss" und die Stadt haben sehr gute Arbeit geleistet. Jetzt ist vor allem wichtig, dass die Planung weiterverfolgt wird und diese Ergebnisse dann auch konkret umgesetzt werden.
- Unter
http://www.zuercherstrasse.winterthur.ch/ finden Sie mehr Informationen und den
Bericht über die Testplanungs-Ergebnisse im pdf-Format.
- Auf der Zürcherstrasse fahren nur 15% aller Autos direkt die Strecke Rieter <-> Technikumstrasse. Alle anderen fahren nach Töss, Sulzer Stadtmitte oder weiter zur Schlosstalstrasse, Untere Briggerstrasse, Neuwiesenstrasse oder wohin auch immer. Die Zürcherstrasse wird also mit anderen Strassenprojekten nicht entlastet. Weder mit einer tiefergelegten Vogelsangstrasse, noch mit einem Heiligbergtunnel und schon gar nicht mit einer Südostumfahrung.
- Idealerweise verlegt man den Autoverkehr unter den Boden. Dies schützt die Bevölkerung wenigstens vor Lärm und macht Platz frei für die Menschen. Die Abgase und Schadstoffe bleiben leider.
- Die so genannte Grüne Welle für AutofahrerInnen bringt Probleme, obwohl nur 15% Durchgangsverkehr davon profitiert: Die Rotlichtphasen für Busse und FussgängerInnen müssen sich diesem Rhythmus anpassen und sind darum oft zu lang. Hier kann die Stadt vielleicht schon kurzfristig eine Verbesserung für ÖV und FussgängerInnen erreichen.
- Neben den baulichen Massnahmen hat immer auch die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs höchste Priorität. Der Kapazitätsausbau auf der SBB-Strecke Winterthur-Zürich, die Beschleunigung der Busse, ein guter Fahrplan und ein Umdenken der einzelnen Menschen sind gefordert.
- Die Stadt- und Verkehrsplanung ist bei uns fest in Männerhand. Dem Begleitgremium gehört nur eine einzige Frau an. Na ja, hoffen wir, dass es trotzdem gut rauskommt ;-)