So genannter "Biotreibstoff" ist in aller Munde. Agrarsprit wird als Retter der Energieprobleme der Menschheit und des Weltklimas beschworen.
Weil Rapsöl, der im industriellen Norden bisher handelsübliche pflanzliche Energieträger, aufgrund begrenzter Anbauflächen, unseren riesigen Energiehunger nicht stillen kann, werden nun Alternativen gesucht. Gefunden hat die Wirtschaft das Palmöl. Dieses Öl ist auf dem Weltmarkt billig zu haben. Unter anderem deswegen, weil Malaysia und Indonesien den Anbau der
Ölpalme mit grosser Brutalität vorangetrieben haben.
"Elektrischer Strom und Heizwärme aus Palmöl sowie „Bioethanol“ und „Biodiesel“ für den Verkehr sind nichts anderes als Kahlschlag-Energie, Klimaschwindel und bedeuten Hunger für Millionen Menschen" kann man bei
www.regenwald.org nachlesen.
Auch der heutige
Heise-TELEPOLIS-Beitrag deckt die Geschichte von der ökologisch neutralen Nutzung des Palmöls zur Energiegewinnung als Lüge auf:
"Letztlich kann man nur hoffen, dass bald ein Schlussstrich unter diese grausame Form von Ökoschwindelei gezogen wird. Sie illustriert, wie schwierig es in energiehungrigen Industriegesellschaften ist, nach Alternativen zum Althergebrachten zu suchen, und wie leicht sich diese Alternativen unter dem allgemeinen Kostendruck und durch die Achtlosigkeit der Beteiligten in ihr genaues Gegenteil verwandeln. Freilich, das darf keine Ausrede für verrückte Konzepte sein, die eine Renaissance der Atomenergie vorsehen. Die Klimakatastrophe durch Vorbereitung von Nuklearkatastrophen abwenden zu wollen, kann nur Leuten einfallen, die von allen guten Geistern verlassen sind. Aber das Beispiel vom Palmöl ist eine verschärfte Aufforderung, Mogelpackungen zu öffnen, und sich anzuschauen, was wirklich drin steckt - gerade, wenn die Verpackung in grüner Farbe gehalten ist."
Was bleibt ist bekannt und immer noch wenig beliebt. Wir müssen unseren Lebensstil ändern, die Energieeffizienz steigern und Energie sparen: Velo und ÖV benutzen, auf unnötige Fahrten und Flüge verzichten, weniger Heizen, energiesparende Autos und Geräte kaufen, Geräte nicht im Standby-Betrieb laufen lassen, Produkte mit kurzem Transportweg kaufen und die
Klimainitiative unterschreiben.